SUMP-Preise für Städte mit der besten nachhaltigen urbanen Mobilitätsplanung in Europa

Von Eltis Team / Aktualisiert: 29 Apr 2015

Im Jahr 2013 entwickelte die Europäische Kommission das Konzept für einen Nachhaltigen Urbanen Mobilitätsplan (SUMP), ein strategisches Planungsdokument, das der Komplexität der städtischen Mobilität auf nachhaltigere und integrativere Weise gerecht werden soll. Städte in ganz Europa führen derzeit SUMP ein und berichten über die positiven Auswirkungen auf ihre Verkehrssysteme und die Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Mit dem SUMP-Preis, einem jährlichen Wettbewerb, den die Kommission seit 2012 organisiert, wird diese wachsende Bewegung gefördert, wobei herausragende Leistungen von Städten bei der urbanen Mobilitätsplanung anerkannt werden. TeilnehmerInnen des diesjährigen Wettbewerbs sollten darlegen, welche Monitoringprozesse sie einsetzten, um den Planungsprozess und die Umsetzung der Maßnahmen zu kontrollieren. Durch Monitoring können Städte wertvolle Lehren aus ihren Planungserfahrungen ziehen, ermitteln, was funktioniert und was nicht, geschäftsrelevante Erkenntnisse gewinnen und eine Evidenzgrundlage schaffen, die sich auf ähnliche Maßnahmen in der Zukunft anwenden lassen.

Der Gewinner 2014 war die Stadt Bremen, die für ihre kreativen Methoden bei Monitoring und Evaluation ihres Verkehrsentwicklungsplans (SUMP) ausgezeichnet wurde. Neben der ausgezeichneten frühzeitigen Planung und der Bereitstellung von Tools für Monitoring und Evaluation arbeitete die norddeutsche Stadt bei der Ausarbeitung ihres 2014 verabschiedeten SUMP eng mit lokalen Interessenvertretern und Netzen zusammen.

Durch die Evaluationsprozesse konnte Bremen bei der Umsetzung des SUMP sehr fundierte Entscheidungen treffen. Anhand der Analysen dieses Plans, dem Modellhochrechnungen für den Stadtverkehr zugrunde liegen, konnten die geeignetsten Standorte für künftige Bahnhöfe gewählt werden. Die Modellierung des zukünftigen Mobilitätsverhaltens der Bürgerinnen und Bürger ermöglichte, die Auswahl auf Bahnhöfe zu begrenzen, die von sehr wenigen Fahrgästen benutzt wurden.

Als besonders positiv erwies sich zudem die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern sowie Interessenvertretern in die Kosten-Nutzen-Analyse. Die Szenarioanalyse ergab zum Beispiel eine Empfehlung für eine neue Straßenbahnlinie, die durch einen Park führt. Die neue Verbindung galt als besonders effizient; ihr Bau stieß in der Öffentlichkeit aber nicht auf Zustimmung. Schließlich wählte Bremen eine andere Maßnahme, die den gesetzten Nachhaltigkeitszielen gerecht wurde und vor allem auch den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger entgegenkam.

Bremen behauptete sich gegen die überzeugenden Beiträge der Finalteilnehmer Dresden (Deutschland) und Gent (Belgien) (öffnet PDF-Datei). Die Stadt Dresden wurde für ihren überaus systematischen Ansatz bei der Entwicklung eines Monitoring- und Evaluationsrahmens gelobt und empfahl sich vor allem durch die Bereitstellung von Tools, wobei stichhaltige Indikatoren mit großer Sorgfalt ausgewählt wurden.

Gent schöpfte aus fast 30 Jahren Erfahrung mit SUMP und wurde für seine hervorragende Datensammlung bei lokalen Behörden und anderen Quellen gelobt. Gent konnte aufbauend darauf einen hochwertigen Monitoring- und Evaluationsprozess entwickeln. Die Stadt Thessaloniki (Griechenland) wurde insbesondere für die trotz schwieriger Arbeitsbedingungen erzielten Fortschritte bei der Umsetzung ihres SUMP gewürdigt.

Für die Weiterentwicklung seines SUMP erhielt Bremen einen Preis von 10 000 Euro. EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc sagte hierzu: „Diese Städte fanden kreative und innovative Wege, um die städtische Umwelt durch die Nutzung sauberer Verkehrslösungen zu verbessern. Ich möchte allen an der Endrunde teilnehmenden Städten gratulieren, dass sie ihre eigenen individuellen Herausforderungen so engagiert und entschlossen in Angriff nehmen.“

Im Rahmen der EU-Kampagne „Do The Right Mix“ („Die Mischung macht‘s“) produzierten die Veranstalter des Preiswettbewerbs ein Video über die drei Finalteilnehmer. Ausführlichere Informationen über die Preise finden Sie auf der Website „Do The Right Mix“.

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