Poly-SUMP bietet Unterstützung für Regionen, in denen Mobilitätsaspekte die Grenzen überschreiten

Von Pavlina Dravecka / Aktualisiert: 17 Dec 2014

Ein Nachhaltiges Städtisches Mobilitätskonzept (SUMP) kann für Stadtverantwortliche, die den Verkehr in ihrer Stadt verbessern wollen, ein nützliches Instrument sein. Doch was lässt sich tun, wenn Aspekte der Mobilität über die Stadtgrenzen hinausgehen?

Die Ausdehnung städtischer Gebiete bedeutet, dass der Autoverkehr oftmals von Orten kommt, die außerhalb der Kontrolle der Stadt liegen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn eine große Zahl von ArbeitnehmerInnen in einem Stadtgebiet lebt, jedoch in einem anderen arbeitet. In diesen Fällen reichen interne Regelungen für den öffentlichen Verkehr nicht aus, um die Verkehrsflut zu bewältigen, und es sind umfassendere Konzepte erforderlich. Die Lage verschärft sich in dicht bevölkerten Regionen, wo eine größere Stadt von kleinen und mittelgroßen Städten umgeben ist.

Das von der EU geförderte Projekt Poly-SUMP will dieses Problem angehen, indem es die Entwicklung von SUMP in so genannten polyzentrischen Regionen ‒ Gebiete mit mehreren politischen, sozialen oder finanziellen Zentren ‒ unterstützt.

Das Projekt arbeitet mit sechs Regionen in Europa zusammen und hilft ihnen dabei, gemeinsam mit verschiedenen Verwaltungsebenen und relevanten Stakeholdern Mobilitätsmaßnahmen für ihr Gebiet zu planen. Zur Vereinfachung des Prozesses hat das Projekt eine Drei-Schritt-Methode entwickelt.

Beim ersten Schritt geht es darum, das Mobilitätsverhalten in der weiteren Region zu verstehen, und zwar unter Berücksichtigung aller betroffenen Stadtgebiete. Der zweite Schritt besteht darin, eine gemeinsame Vision festzulegen, die alle Parteien einbezieht, wie unter anderem Verkehrs- und Stadtplaner, lokale und regionale Politiker sowie öffentliche städtische und interurbane Verkehrsbetreiber. Im letzten Schritt wird ein formeller Kooperationsprozess eingeleitet, der im Idealfall zu einem SUMP für die gesamte Region führt.

Um den ersten Schritt zu vereinfachen, hat das Projekt ein Regionalprofil-Tool für Städte entwickelt, um die Herausforderungen in Bezug auf Mobilität besser zu verstehen. Je weiter die Stadtzentren auseinander liegen, umso größer sind die Transportbedürfnisse zwischen diesen Zentren. Anhand von 10 Indikatoren kann das Regionalprofil-Tool die Struktur und die Verkehrsmuster der weiteren Region genau bestimmen.  

„Wir haben das Regionalprofil-Tool benutzt, um die wesentlichen Mobilitätsaspekte unserer Region herauszuarbeiten, was uns auch die Gelegenheit bot, uns mit anderen Regionen zu vergleichen und aus ihren Erfahrungen zu lernen”, so Fabrizio Pigini, Leiter der Sustainable Mobility Actions Unit, Region Marken (Italien).

Die sechs teilnehmenden Regionen ‒ die Region Marken, Zentral- Alentejo (Portugal), Zentralmakedonien (Griechenland), Parkstad Limburg (Niederlande), das Vorarlberger Rheintal (Österreich) und der Zentralslowenien ‒ haben ihre Erfahrungen mit dem Management polyzentrischer Mobilität in die kürzlich veröffentlichten Poly-SUMP-Leitlinien eingebracht. Die umfassenden Leitlinien untersuchen die Methodologie von A bis Z unter Verwendung praktischer Beispiele aus den sechs teilnehmenden Städten, um gemeinsame Barrieren und Erfolge im Rahmen des Prozesses aufzuzeigen.

 „Lokale und regionale Regierungen sind bei der Inangriffnahme von Problemen wie Verkehrsstau und Verschmutzung in Gemeinden und Städten mit gewaltigen Herausforderungen konfrontiert. Und in [polyzentrischen Regionen] ist die Planung einer nachhaltigen Mobilität noch schwieriger, weil so viele verschiedene Stakeholder beteiligt sind. Diese Leitlinien werden lokalen und regionalen Behörden bei der Entwicklung von Mobilitätskonzepten für polyzentrische Regionen helfen; sie ergänzen die von der Europäischen Kommission bereits entwickelten Leitlinien für nachhaltige städtische Mobilität”, so die für Verkehr zuständige EU-Kommissarin Violeta Bulc.

Weitere Informationen über Poly-SUMP finden Sie auf der Website.

Die Poly-SUMP-Instrumente sind auch auf dem Mobilitätskonzept-Portal auf Eltis verfügbar.

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