Nachhaltiger städtischer Verkehrsplan (SUTP) in Maribor

Von News Editor / Aktualisiert: 12 Dec 2014

Die zweitgrößte Stadt in Slowenien hat einen nachhaltigen, städtischen Verkehrsplan (SUTP) entwickelt, indem sie zwei Aktionspläne zur Lösung von Umweltproblemen aufstellte.

Hintergrund und Vorgehen

Maribor ist die zweitgrößte Stadt in Slowenien, mit einer Bevölkerungszahl, einschließlich der Vororte, von 180 000 Menschen. Vor der Unabhängigkeit Sloweniens im Jahre 1991 war die Stadt eines der wichtigsten industriellen Zentren im ehemaligen Jugoslawien und stand vor zahlreichen Umweltproblemen. Aber während des slowenischen EU-Beitritts, gewannen der Umweltschutz und die Fragen des Naturschutzes mehr und mehr an Bedeutung. Von der europäischen Union wurde die Gemeinde Maribor 1999 und 2001 für seine Bemühungen im Bereich des Umweltschutzes und des Naturschutzes ausgezeichnet. Herausforderungen wie Verkehrsstaus, die Sicherheit im Straßenverkehr, Umweltauswirkungen, Zersiedelung, kennt man in vielen europäischen Städten. Die Notwendigkeit, diese Probleme zu lösen ist entscheidend für die Beibehaltung einer hohen Lebensqualität in einer nachhaltigen Art, d.h. sowohl wettbewerbsfähige als auch reibungslose Mobilität von Personen und Gütern muss sichergestellt sein.

Die wichtigsten lokalen Ziele in Bezug auf nachhaltige Verkehrspolitik, deren Umsetzung durch den Stadtrat akzeptiert ist, sind die Verbesserung der Luftqualität und des städtischen Lebens sowie geringere Lärmniveaus und größere Sicherheit für Fahrradfahrer und Fußgänger. Der Verkehrsplan veranschlagt außerdem weniger Verkehr in Fußgängerzonen, weniger Parkplätze und mehr Grünflächen. Das Ziel ist, dass erneuerbare Energien im öffentlichen Nahverkehr mindestens um 10% bis 2020 wachsen.

Umsetzung

Das städtische Umweltprogramm mit einem detailliertenAktionsplan für die urbane Mobilität wurde im Stadtrat im Jahr 2008 angenommen. Themen welche sich mit einer nachhaltigeren Energie- und Klimapolitik befassen, wurden innerhalb des „Lokalen Energiekonzepts“ (2009) (www.maribor.si) angegangen und ein detaillierter Aktionsplan für die Reduktion des Energieverbrauchs wurde entwickelt.

Die beiden Dokumente wurden diesen Schritten folgend entwickelt:

  • Überprüfung der damals aktuellen Situation und Analyse eines "business-as-usual"-Szenario
  • Definition einer Vision, operativer und messbarer Ziele
  • Folgenabschätzung und Definition der Mobilitäts- und Infrastruktur-Maßnahmen
  • Zuweisung von Zuständigkeiten, Budgets und personellen Ressourcen
  • Überwachung und Berichterstattung
  • Überprüfung und Überarbeitung

Umsetzungsbeispiel:

Innerhalb des SUTP war ein weiteres Projekt, das CO2NeuTrAlp, ebenso verantwortlich für eine praktische Umsetzung. Mit der Absicht alternative Fahrsysteme im städtischen öffentlichen Nahverkehr zu bewerben, wurde ein CNG Bus im Nahverkehr von Maribor eingesetzt. In der Test Phase emittierte der CNG Bus 30% weniger CO2, verglichen mit einem konventionellen Diesel Bus. Die Umwandlung in Biogas als eine adäquate Alternative der Fahrsysteme ist das Endziel. (Link zur Fallstudie:/index.php?id=13&study_id=2996)

Im Moment wird von den Verantwortlichen in Maribor über die Finanzierung für die neue CNG Stadtbusflotte (70 Busse) diskutiert.

Die Stadt hat beschlossen, die oben genannten Dokumente und Aktivitäten in einem Dokument dem so genannten nachhaltigen Stadtverkehrsplan für Maribor (SUTP) zusammenzufassen. Ab 2011 werden dem Stadtrat die Fortschritte zu nachhaltiger Verkehrspolitik jährlich berichtet. Aktuell ist Maribor in einer Entwicklungsphase und wird den Plan im Juni 2013 für die Öffentlichkeit zur Diskussion stellen.

Fazit

Mehr Nachhaltigkeit wird als das wichtigste Ziel angesehen, welches aktuelle Ansätze und Lösungen für die Mobilität der Zukunft in diesem SUTP untermauert. Nachhaltigkeit sollte im Mittelpunkt aller Maßnahmen und Strategien für ein nachhaltigeres Verkehrssystem im Hinblick auf die Umwelt (CO2, Luftverschmutzung, Lärm) und Wettbewerbsfähigkeit (Überlastung) liegen. Es sollte zum Beispiel auch, die Kosten der Mobilität in Bezug auf soziale Ausgrenzung, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt und die demografischen Veränderungen hinterfragen. Alle Beteiligten sind sich darüber bewusst, urbane Mobilität, zugänglicher, effizienter und umweltfreundlicher zu machen, nicht einfach ist.

Aus dem Aktionsplan heraus, wurden bereits Strategien entwickelt und Aktivitäten durchgeführt:

  • Bessere Mobilität für behinderte Personen (2010)
  • Investitions-Programm für eine nachhaltige Mobilität in Maribor - Gründung eines Radsportzentrums in der Region (2010)
  • Ausbau des öffentlichen Busverkehrs mit der Gründung des Rates für die nachhaltige Entwicklung der öffentlichen Buslinien 2011

Weitere Ziele bis 2020 sind die Steigerung des Anteils des Nahverkehrs auf 25%, des Anteils der Radfahrer auf 25% und ebenso des Anteils der Fußgänger auf 25%. Der Autoanteil soll hingegen auf 25% reduziert werden.

Quellen: www.maribor.si
www.energap.si

Topic: 
Clean and energy-efficient vehicles
Urban mobility planning
Region: 
Eastern Europe
Country: 
Slovenia
City: 
Maribor
Contact: 
News Editor
Author: 
Sebastian Langer
Keywords: 
fuel (energy) reduction
fuels – gaseous regenerative
car free developments
sustainable urban mobility plans
transport master plan
11 Feb 2013
12 Dec 2014