Einbindung der Bürger in die Entwicklung eines Verkehrsplans, Erfurt, Deutschland

Von News Editor / Aktualisiert: 29 Aug 2014

Der SUMP Methode hat gezeigt, dass sie in fast jeder Situation angewandt werden kann. Die ostdeutsche Stadt Erfurt setzte ihren ersten Nahverkehrsplan während Änderungen in der Regierung um und förderte die Beteiligung der Bürger bei der Lösung von Problemen.

Hintergrund

Für viele Bürger der früheren kommunistischen Ostblockländer ist die Einbindung von Interessensvertretern ein relativ neues Konzept. Bei der Entwicklung des ersten Verkehrsentwicklungsplan (VEP) der Stadt Erfurt in Deutschland beteiligten sich die Einwohner, was eine gute Erfahrung war, die sowohl für SUMP und zukünftige Erfolge vorteilhaft war.

Beispiel

Bei der Entwicklung des ersten Nahverkehrsplans der Stadt Erfurt zeigten die Bürger wenig Interesse an der Planung, aber hatten Einwände gegen die Umsetzung einiger Maßnahmen. Dies basierte vor allem aufgrund der Tatsache, dass das Konzept der Beratung neu für Planer und Bürger der Stadt war. In der ehemaligen DDR wurden Entscheidungen der Öffentlichkeit mitgeteilt anstatt sie daran zu beteiligen. Folglich hatten Erfurts Planer und Bürger wenig Erfahrung mit der Beteiligung. Es war ein neues Werkzeug für Planer und Bewohner, so dass ein Lernprozess auf beiden Seiten stattfand. Die Kampagnen nach dem Ende der DDR verstummten innerhalb von drei Jahren nach Wiedervereinigung. Probleme wie Arbeitslosigkeit und Wohnen nahmen Zeit und Energie der Menschen in Anspruch. Einige gemeinnützige Organisationen wie Verbände behinderter Menschen hatten jedoch wertvolle Beiträge.

Um einen offenen Planungsprozess zu erreichen und unterschiedliche Standpunkte zu beachten, wurden zwei Arbeitsgruppen gegründet. Eine aus Mitgliedern der zuständigen städtischen Abteilungen wie die Abteilung für Stadtbau und das Umweltamt unter Leitung der Verkehrsabteilung. Die andere bestand aus Mitgliedern der politischen Parteien im Stadtrat.>

Externe Gruppen wie lokale Verkehrsbetriebe wurden ebenfalls in die Entscheidungsprozess einbezogen. Die Stadträte beschlossen den ersten VEP im Frühjahr 1994. Damals entschied der Stadtrat, den Plan auf die Bezirke auszudehnen, die im Rahmen der aktuellen Stadterweiterung hinzugefügt wurden.

Der zweite VEP wurde zwischen 1995 und 1997 mit Beiträgen von Beamten aus den neuen Bezirken erstellt.

Er wurde im Januar 1998 vom Stadtrat entschieden. Für diesen zweiten Plan führte man ein Verfahren zur Beteiligung in verschiedenen Schritten durch. Nach einer allgemeinen Diskussion fanden Konsultationen mit Interessengruppen und Bürgern in mehreren Stadtteilen statt. Dies bedeutete, dass Planer praktische und ortsspezifische Informationen von lokalen Politikern, Experten und Bürgern erhalten.

Schlussfolgerungen

Die Einrichtung von Arbeitsgruppen zur Konsultation der Interessengruppen und Bürger war entscheidend für die erfolgreiche Entwicklung der Nahverkehrspläne in Erfurt. Dieser integrative Ansatz dient auch als Vorlage für den Erfolg künftiger Verfahren.

Quelle

Guidemaps Handbuch, CIVITAS

Weitere Informationen

Dieses Beispiel bezieht sich speziell auf die Aktivität 2.3 Planung der Beteiligung von Interessensvertretern und Bürgern im Richtlinien-Dokument zu Plänen für nachhaltige Mobilität in der Stadt, das Sie hier finden.

Links:

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Guidemaps_Volume_1_colour.pdf (1925 kByte)

Topic: 
Urban mobility planning
Archive
Region: 
Western Europe
Country: 
Germany
City: 
Erfurt
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News Editor
Author: 
News Editor
Keywords: 
sustainable urban mobility plans
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14 Sep 2011
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