Ein Volksfest: Das EcoMobility World Festival 2015 kommt nach Johannisburg

Von Pavlina Dravecka / Aktualisiert: 27 Jul 2015

„Die Gegend ist heller geworden. Es gibt mehr Straßenbeleuchtung und Blumengärten. Seitdem spüren die Einwohner die Verbesserungen in der Gegend“, sagt der Mann. „Wir kennen jetzt auch unsere Nachbarn besser“, lächelt er.

„So habe ich unsere Straßen noch nie gesehen“, sagt ein anderer, er ist Vorsitzender des Bürgervereins. „Wir haben schon mehrere Male bei der Stadt nachgefragt, ob sie die Bürgersteige nicht breiter machen könnten. Aber ohne das Festival war es schwierig für sie, das zu begründen.“

Diese Einwohner von Haenggung-dong in der Stadt Suwon sprechen vom EcoMobility World Festival, dass 2013 in der südkoreanischen Stadt stattgefunden hat.

Die Festlichkeiten dauerten einen Monat, befreiten ihre Gemeinde von Autos und zeigten den Einwohnern ‒ die angeregt wurden, zu Fuß zu gehen bzw. das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen ‒, dass ein anderes, gesunderes Leben in der Stadt möglich ist.

Das Festival, eine Idee des globalen Städtenetzwerks ICLEI - Local Governements for Sustainability, war ein voller Erfolg.

Zwar dürfen Autos jetzt wieder durch das Stadtviertel fahren, doch es regte die Einwohner dazu an, sich zusammenzusetzen und die Stadt um Verbesserungen zu bitten, wie beispielsweise autofreie Straßen an Wochenenden und Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Stimuliert von den positiven Erfahrungen in Suwon schickt sich nun zwei Jahre später die südafrikanische Stadt Johannesburg an, das EcoMobility Festivals 2015 im Oktober auszurichten. Laut den Veranstaltern vom ICLEI wird dieses Festival auf der südkoreanischen Erfahrung aufbauen und sie weiter verbessern.

Gastgeber wird Sandton, einer der zentralen Geschäftsbezirke in Johannesburg, sein. Ausgewählte Straßen des Bezirks, der als wichtigster Finanzdistrikt in Südafrika gilt und in dem sich die Johannesburger Börse befindet, werden einen ganzen Monat für PKW gesperrt.

Auf die Festivalbesucher warten Radtouren, Straßenläufe, Pop-up-Parks und -Restaurants, dazu Musik und Food Festivals auf den autofreien Straßen. Ferner wird es eine internationale Ausstellung zu lokalen und internationalen innovativen Trends in der nachhaltigen urbanen Mobilität geben, wie Elektrofahrzeuge und Fahrradtaxis.

„Wir wollen ein Volksfest sein“, so der regierende Bürgermeister von Johannesburg, Parks Tau. „Wir wollen, dass die Menschen nach Sandton kommen, um Spaß zu haben und in den Straßen spazieren zu gehen.“

Anstatt am Steuer ihrer PKW zu sitzen, werden Einwohner und Beschäftigte in Sandton ermutigt, ihren täglichen Verrichtungen zu Fuß, auf dem Fahrrad oder mit öffentlichen Transportmitteln nachzugehen. Die Stadt wird dafür sorgen, dass geeignete alternative Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, und Lieferanten und Rettungsdiensten Unterstützung bieten.

Natürlich zogen einige Bürger von Sandton die Augenbrauen hoch. Aber genau wie der südkoreanische Vorgänger hat Joburg einen breit angelegten Konsultations- und Planungsprozess durchgeführt und mit Bürgern, Immobilieneigentümern und Unternehmen gesprochen, um die Ideen des Festivals vorzustellen und Antworten auf alle ihre Fragen oder Bedenken zu geben.

„Der größte Teil des städtischen Raums ist dem Kraftfahrzeugverkehr gewidmet“, erklärt Konrad Otto-Zimmermann, ehemaliger ICLEI-Generalsekretär und Initiator des Festivalkonzepts.

„Einen Monat lang kann jeder erleben, wie es ist, ökomobil zu leben“, sagt er. Es ist eine einmalige Erfahrung für die Gemeinde, gemeinsam ein anderes urbanes Szenario zu erproben. 

Weitere Infos zum EcoMobility World Festival 2015 in Johannesburg finden Sie auf der offiziellen Website.

Lektüre zum EcoMobility World Festival 2013 finden Sie auf der Website oder schauen Sie sich die kurze Videoreportage an.

Image: The EcoMobility World Festival 2013 in Suwon, South Korea.
Copyright: ICLEI

 

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