Bürger informieren und einbeziehen, Gent, Belgien

Von News Editor / Aktualisiert: 12 Dec 2014

Der Hauptbahnhof von Gent, Gent St-Pieters, befindet sich in einem wichtigen Regenerationsprozess, der das Gebäude und umliegende Gebiete in das 21. Jahrhundert bringen und einen großen multimodalen Knotenpunkt schaffen soll. Während des gesamten Prozesses hat die Stadt Gent das Projekt aktiv gefördert und ihre Bürger über den Fortschritt des Projekts informiert.

Hintergrund

Bürger zu informieren und einzubeziehen, ist eine Voraussetzung nicht nur bei der Entwicklung eines SUMP sondern auch bei der Umsetzung von Maßnahmen, die sie direkt betreffen. Im Laufe der Umsetzung ist es auch notwendig, die breite Öffentlichkeit über die Fortschritte zu informieren. In der Stadt Gent ist die Öffentlichkeit unmittelbar vom großen Regenerationsprozess am Hauptbahnhof Gent St-Pieters betroffen. Seit 2007 zielt das Projekt auf die Umwandlung der Fläche in eine barrierenfreie und komfortable Zone zum Leben und Arbeiten und die Schaffung eines großen multimodalen Knotenpunkts zwischen den verschiedenen Formen des öffentlichen Verkehrs von Gent. Wegen der enormen Auswirkungen dieses Projekts nicht nur auf umliegende Stadtteile sondern auch die ganze Stadt war es wichtig, dass die Stadt ein umfangreiches Programm zur Öffentlichkeitsarbeit über den Fortschritt des Projekts durchführt.

Beispiel

Die Stadt errichtete eine Informationsstelle für umfangreiche Kommunikationsarbeit und Beteiligung der Bürger sowohl während der Planung als auch Umsetzung des Projekts. Die folgenden Beispiele zeigen, wie die Öffentlichkeit über die Durchführung des Projekts und die Fortschritte informiert wurden.

Bei Beginn einer neuen Projektphase erhalten die Bewohner der betroffenen Stadtteile einen Brief mit Informationen über die Arbeit und jedwede Unannehmlichkeiten. Dreimal im Jahr wird ein Projekt-Newsletter im Stadtmagazin veröffentlicht, das jeder Bürger von Gent kostenlos erhält. Kopien des Newsletters sind auch für Reisende am Bahnhof erhältlich. Das Projekt hat seine eigene, optisch ansprechende Webseite (www.projectgentsintpieters.be). Dort werden Neuigkeiten, Berichte über öffentliche Sitzungen, Bilder und Videos von der Arbeit, Stadtpläne mit den temporären Bushaltestellen und Fußgänger- und Radverkehrsanlagen veröffentlicht.

Zwei Mal im Jahr wird die Öffentlichkeit zu einem Besuch auf der Baustelle eingeladen. Es ist eine Gelegenheit für die Bürger, die Arbeit zu sehen und weitere Details von der Informationsstelle, den Projektpartnern und Ingenieuren zu erhalten. Pro Besuch werden 400 bis 800 Personen in Kleingruppen zugelassen. Diese Besuche sind sehr populär und schnell ausgebucht.

Gelegentlich werden 7000 Familien aus den umliegenden Stadtteilen zu einer Informationsveranstaltung über bestimmte Aspekte des Projekts eingeladen. Bei diesen Veranstaltungen können die Menschen Fragen stellen, Bilder und Pläne ansehen und erhalten eine Präsentation über das Projekt. Mit Unterstützung des CIVITAS-Programms wurde ein 3D-Modell entwickelt, um zu zeigen, wie der Hauptbahnhof in Zukunft aussehen wird.

Für Menschen, die aktiv beteiligt sein wollen, werden "Dialog Cafés" organisiert, um bestimmte Aspekte des Projekts zu diskutieren. Praktische und rechtliche Umstände werden deutlich gemacht zu Beginn des Treffens. Im Mai 2011 werden Veranstaltungen an Schulen stattfinden und die Meinungen der Jugendlichen gesammelt - ein Interessensgruppe, der bisher nicht sehr beteiligt war.

Die Informationsstelle wird von fünf (fast) Vollzeit-Mitarbeitern besetzt. Sie verfügt über ein Budget von 365.000 Euro pro Jahr (Personal- und Betriebskosten). Alle Kosten werden zu gleichen Teilen unter den Projektpartnern aufgeteilt.

  

Schlussfolgerungen

Indem man Bürger informiert und bei der Neugestaltung des Hauptbahnhofs einbezieht, stellt die Stadt Gent sicher, dass es eine allgemeine Akzeptanz des Projekts gibt und die wichtigsten Vorteile des Projekts hervorgehoben werden. Dies fördert und verbessert die Anteilnahme am Projekt, das angesichts der Popularität einiger der Aktivitäten bereits sehr hoch ist.

Quelle

Sarah Martens, Mobiel 21, basierend auf Auskünfte durch Informationsstelle des Projekt Gent Sint-Pieters Basis - Gisèle Rogiest.

Weitere Informationen

Dieses Beispiel bezieht sich speziell auf die Aktivität 10,2, Bürger informieren und einbeziehen, im Sustainable Urban Mobility Plans Richtlinien-Dokument, das Sie hier finden.

Links:
Gent-Sint-Pieters Project Webseite (auf Belgisch)

Topic: 
Urban mobility planning
Region: 
Western Europe
Country: 
Belgium
City: 
Ghent
Contact: 
News Editor
Author: 
Sarah Martens
Keywords: 
sustainable urban mobility plans
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14 Sep 2011
12 Dec 2014