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Author: Carsten Tscheschke Rate this Case Study:
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Contact: Carsten Tscheschke
Views:2836 Posted:January 2008
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Ausbau des O-Bus Netzes im polnischen Lublin

Die Stadtregierung der ostpolnischen Stadt mit 350 000 Einwohnern, plant die Ausdehnung des dortigen O-Bus Netzes zu verdoppeln. Es ist vorgesehen, bis zum Jahre 2013, mehr als 220 Mio. Zloty (ca. 60 Mio. €) in neue Oberleitungen und Busse zu investieren. Das Projekt wird zu 85% von der EuropĂ€ischen Union finanziert.

HintergrĂŒnde und Ziele

Seit dem Ende der kommunistischen Ära haben viele polnische StĂ€dte mit den Folgen der Massenmotorisierung zu kĂ€mpfen. LĂ€rm und verschmutzte Luft fĂŒhrten zu einem erheblichen Verlust an LebensqualitĂ€t in den StĂ€dten. Die Stadt Lublin will dem Entgegen steuern, indem sie die Vorteile ihres O-Bus Systems noch stĂ€rker nutzt. O-Bus Systeme zeichnen sich durch ihren hohen Komfort aus und sind damit, wie Straßenbahnen, eine besser angenommene Alternative zum Auto, als herkömmliche Busse. Zudem emittieren sie, bei nur moderat höheren Kosten als bei Dieselbusbetrieb, viel weniger LĂ€rm und keine Abgase vor Ort. Die Hoffnung der Stadt ist, dass die Erweiterung des O-Bus Netzes in diesem Sinne dazu beitrĂ€gt, die Verkehrssituation in Lublin insgesamt umweltgerechter zu gestalten.

Umsetzung


Die ersten O-Busse verkehrten schon 1953 in Lublin, seitdem waren ErgĂ€nzungen und Anpassungen des Liniennetzes sehr rar. Aber dank des neuen Programms ging bereits im November 2007 ein neues 4,9 km lange TeilstĂŒck in Betrieb. Dieses 60 Mio. Zloty Projekt stellt nur den Anfang der umfangreichen Neubaumaßnahmen dar. Insgesamt sollen 35 km Strecke mit Oberleitungen ausgerĂŒstet werden, sowie zusĂ€tzlich 60 neue O-Busse beschafft werden. Damit verdoppelt sich die LinienlĂ€nge des O-Bus Systems auf einen Schlag. Die EuropĂ€ische Union trĂ€gt insgesamt 85% der Gesamtkosten von 220 Mio. Zloty (ca. 60 Mio. Euro). Es wird erwartet, dass die ersten neuen Busse bereits im April 2008 in Betrieb genommen werden. Derzeit stellt der polnische Bushersteller Solaris ein Fabrikat seiner O-Busse zu Testzwecken zu VerfĂŒgung.

Schließlich hofft Solaris damit, den Auftrag fĂŒr die Lieferung weiterer Busse an das Lubliner Verkehrsunternehmen Miejskie Przedsiebiorstwo Komunikacyjne (MPK) zu erhalten. Die Busse werden mit elektrischen Wechselstromantrieben der Firma Medcom aus Warschau angetrieben. Medcom hat bereits die bisher im Einsatz befindlichen Jelcz Busse mit ihren Elektroantrieben ausgestattet.

Ein weiteres Indiz fĂŒr die BemĂŒhungen, hin zu einem umweltvertrĂ€glichen Stadtverkehr, in Lublin, ist die Anschaffung von Abgasarmen CNG-Bussen (Compressed Natural Gas - komprimiertes Erdgas), welche auf den herkömmlichen Busstrecken verkehren.


Die Umwelteffekte


Da die zusĂ€tzlichen O-Busse vor allem herkömmliche Dieselbusse ersetzen werden, werden die typischen Dieselemissionen wie Feinstaub (z.B. PM 10) und Stickstoffdioxid (NO2) stark reduziert werden können. Dies ist besonders wichtig, da Busse einen erheblichen Anteil am gesamten NO2 Eintrag an einer Straße haben. Zudem wird es leichter sein die aktuellen europĂ€ischen Grenzwerte fĂŒr PM 10 und die ab 2010 in der EU verbindlichen Grenzwerte fĂŒr NO2 einzuhalten.
Gerade bezĂŒglich des letzten Punktes scheint es, auch fĂŒr andere StĂ€dte die bereits ein O-Bus System betreiben, lohnend zu sein sich um den Ausbau ihres Systems zu bemĂŒhen. Denn die positiven Umwelteffekte und die Chancen einer Förderung durch die EuropĂ€ische Union lohnen den Aufwand mit Sicherheit.

Die Internetseite des Lubliner Verkehrsunternehmens MPK ( in Polnisch):
http://www.mpk.lublin.pl/rozklady.php

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This Case Study is part of the European urban mobility and transport best practice collection from Eltis - www.eltis.org.